Republikanischer Club - neues Österreich

Dienstag, 14. Juni 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

DIE MEDIZIN UND IHRE FEINDE

Buchpräsentation von und mit: Herbert LACKNER und Christoph ZIELINSKI

Pferdemedizin gegen Covid, Wunderheiler statt Spitzenmedizin, Verschwörungstheorien versus Evidenz: Der frühere profil-Chefredakteur Herbert Lackner und der Onkologe Christoph Zielinski suchen in ihrem Buch „Die Medizin und ihre Feinde“ die Spuren solchen Denkens in der Geschichte und beschreiben die profunden Irrtümer der Wissenschaftsgegner. https://www.ueberreuter.at/shop/die-medizin-und-ihre-feinde/

Freitag, 24. Juni 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

Lyrik lesen – Gedichte im Gespräch

Stephanie Grünberger diskutiert mit Peter Veran alias Prof. Werner Anzenberger über seinen neuen Gedichtband „Rüttelflug“.

Begleitet von Tony Puisztai mit spanischer Gitarrenmusik. Einleitende Worte: Christine Hulatsch

Dienstag, 21. Juni 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

DIE URSPRÜNGE DER ÖSTERREICHISCHEN ZIVILGESELLSCHAFT: Am Beispiel Carl COLBERT

Mit: Elana SHAPIRA (Kulturhistorikerin), Wolfgang DUCHKOWITSCH (Medienhistoriker) und Alexander EMANUELY (Autor).

Eine Diskussion über die Bedeutung und die Nachwirkungen der Zivilgesellschaft des Fin de siècle auf die Gegenwart. In einem Land der gescheiterten Revolutionen ist die Erinnerung an emanzipatorische Bewegungen von den Wiener Jakobinern über die Wiener Demokrat:innen immer wieder aus dem kollektiven Bewusstsein ausgelöscht worden – nicht zuletzt durch den Zivilisationsbruch des Nazi-Regimes. Auch die Akteur:innen der Emanzipation verschwanden aus den Geschichtsbüchern. Einer von ihnen war Carl Colbert, 1855 in Wien geboren. Er hätte eigentlich Bankdirektor werden sollen, stattdessen gründete er oppositionelle Zeitschriften, förderte die Ausbildung von Künstlerinnen und prägte maßgeblich die sozialen und demokratischen Bewegungen um 1900.

Eine Buchpräsentation in Kooperation mit der Theodor Kramer Gesellschaft.

Alexander Emanuely: Das Beispiel Colbert. Fin de siècle und Republik. Ein dokumentarischer Essay. Wien: Verlag der Theodor Kramer Gesellschaft 2020. 658 S. ISBN 978-3-901602-85-6.

Donnerstag, 19. Mai 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

KRITIK DES ANTISEMITISMUS

von und mit Andreas PEHAM

Eine gemeinsame Veranstaltung mit FIPU http://www.fipu.at

Mit der antisemitischen Feindbildproduktion lässt sich insbesondere in Krisen- und Umbruchzeiten die Sehnsucht nach einfachen, klaren Antworten befriedigen. Auch aus linker Perspektive hat ein Erkenntnisinteresse am Antisemitismus schon aus historischen Gründen zu bestehen. In der Agitation gegen Israel und dem Absprechen des nationalen Selbstbestimmungsrechtes für Jüdinnen und Juden werden antisemitische Traditionen von Teilen der Linken fortgeschrieben. Gleiches gilt für jenen Antikapitalismus, der an der Oberfläche verharrt und auf die Zirkulationssphäre fixiert ist. Die kritische Einführung bietet Basiswissen für das Verständnis des Antisemitismus. Sie zeigt Geschichte, Formen, Inhalte und Bilder des Antisemitismus auf, angefangen von der Antike, über Christentum und Mittelalter sowie die bürgerliche Gesellschaft bis hin zu Nationalsozialismus und dem «Neuen Antisemitismus» der Postmoderne.

Mittwoch, 18. Mai 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege 1, 1010:

HISTORISCH NICHT RELEVANT?

Feministische und geschlechterbewusste Annäherungen an den Ort des ehemaligen KZ Mauthausen-Gusen.

Die Erinnerungskultur rund um das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen-Gusen ist bis heute von einem Unsichtbarmachen von Frauen* als Verfolgte und Inhaftierte, als Täter*innen und Profiteur*innen, oder als Widerständige geprägt. Genauso haben geschlechtertheoretische Zugänge auf die Geschichte des Lagers, wie auf die Gegenwart der Gedenkstätte wenig Einzug in das Verständnis des Orts sowie in die Vermittlungsarbeit gefunden. Als ehemalige Guides an der Gedenkstätte Mauthausen entwickelten Birgit Pichler und Louise Beckershaus 2017 ein geschlechterbewusstes und feministisches Vermittlungsprogramm. Bei der Diskussionsveranstaltung reflektieren sie, welche neuen Perspektiven sich dadurch auf den historischen Ort des Lagers und auf die Vermittlungsarbeit an der Gedenkstätte eröffnen.

Birgit PICHLER arbeitete viele Jahre als Guide an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen und für den Verein _erinnern.at_. Seit 2019 ist sie als Pädagogin in der Lernwerkstatt Brigittenau tätig.

Louise BECKERSHAUS arbeitete ebenfalls als Guide an der Gedenkstätte Mauthausen-Gusen und für den Verein _erinnern.at_. Seit 2018 ist sie Teil des Vermittlungsteams des Hauses der Geschichte Österreich.

Dienstag, 17. Mai 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

Die Katastrophe von Wöllersdorf

Erstes Wiener Lesetheater

Kurz vor Ende des 1. Weltkriegs gab es in der k.u.k. Munitionsfabrik Wöllersdorf, in der hauptsächlich Frauen arbeiteten, eine schreckliche Brandkatastrophe, der 423 Menschen zum Opfer fielen.

Gerhard KOFLER hat Augenzeugenberichte und Texte zur sozialen Lage der Frauen in dieser Zeit in einer Broschüre zusammengestellt.

Mitwirkende: Vera ALBERT, Heidi HAGL, Judith GRUBER RIZY (Organisation), Gerhard KOFLER.

Donnerstag, 12. Mai 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

Bilder als Brücke zur Sprache

Nuşin Arslan präsentiert ihr Buch.

»Nuşin Arslan war eine Studentin und Patientin der »Kunsttherapie«.Dieses Buch ist ihre autobiografische Masterarbeit in »Kunsttherapie«, das zweite Buch, das sie in ihrem »Zweiten Leben« (nach dem Unfall mit Schädel Hirn Trauma am 3.1.2000) schrieb.« formuliert mein Verleger, Lektor und ehem. BE-Lehrer (im österreichischen Gym. in Istanbul) Gerald Nitsche. Ich begegnete der »Kunsttherapie«, als ich 1993-96 Geflüchtete in Deutsch unterrichtete: Ihre persönlichen Bilder wurden ihre Brücke zur Sprache Deutsch. Als ich eine »Kunsttherapie« Patientin war, sind die Bilder, die ich gemalt habe, meine wichtigste Kommunikationsbrücke gewesen.  Der Lehrgang in »Kunsttherapie« öffnete meine Augen zu der universellen Sprache, die es schon immer gegeben hat: Das Unbewusste. Mit der »Kunsttherapie« kann das Unbewusstes symbolisiert werden. Mit der »Kunsttherapie« können wir auch die kulturellen Anteile aller Menschen in uns sehen und daran arbeiten, um die imperiale Regel »Teile und Herrsche« zu löschen.

Mittwoch, 11. Mai 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

„BEI TRUDY JEREMIAS IN NEW YORK“

Buchvorstellung und Gespräch über den Stammtisch jüdischer Emigranten in New York

mit der Autorin Patricia Paweletz, Moderation: Peter Weinberger.

Trudy Jeremias ist Gastgeberin des Stammtisches deutschsprachiger jüdischer Emigranten in New York. 1938 verließ sie mit ihrer Familie ihre Heimatstadt Wien und floh über Umwege in die USA. Mit großer Lebendigkeit berichtet eine der letzten jüdischen Emigrant*innen aus Wien vom Leben in Österreich während der Nazizeit, vom Ankommen in der „Neuen Welt“, von dem, was ihr Halt gab und was sie immer noch vermisst.

Patricia Paweletz: 1969 in Hamburg geboren, hat am Wiener Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel studiert. Neben dem Theaterspielen begann sie zu schreiben und veröffentlichte seitdem diverse Erzählungen und Bücher. Sie ist zudem systemische Familientherapeutin. Ihre Dokumentation „Unterwegs zu Gaby Glückselig“ erschien 2018.

Donnerstag, 5. Mai 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege, 1010:

DAS MÄDCHEN UND DER UMHANG

Von Evelyn STEINTHALER erzählt die Überlebensgeschichte von Katja STURM-SCHNABL.

Am 14. April 2022 jährte sich zum 80. Mal der Beginn der Deportationen kärntnerslowenischer Familien in die Zwangsarbeitslager der Nationalsozialisten.

„Das Mädchen und der Umhang“ von Evelyn Steinthaler erzählt die Überlebensgeschichte von Katja Sturm-Schnabl, die mit ihrer Familie in jenen Apriltagen des Jahres 1942 deportiert wurde.

Bei Bahoe Books erschien zum Gedenken an die Deportationen diesen Frühling Evelyn Steinthalers Roman.

Weitere Infos siehe: https://www.bahoebooks.net/start_de.php?action=201&id=176 

Donnerstag, 28. April 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege

Buchhandlung a-punkt und Republikanischer Club-Neues Österreich

 

                               

Einladung zur Buchpräsentation

Klaus Heinrich: Zeichnungen – Realität und Imagination

DO, 28.4., 19.00

 

1010 Wien, Fischerstiege 1-7

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Peter BETTELHEIM und Stephan ENGELHARDT präsentieren und kommentieren die Buchausgabe der Zeichnungen von Klaus Heinrich. (Hg. Klaus Gerrit Friese und Elsa Lluis Martell / Galerie Friese; Berlin) und erschienen im Verlag ça ira. (berlin u. Wien)

Klaus Heinrich* – der kritische Gelehrte aus Berlin (*1927–2020)

Der in Berlin lebende und an der (von ihm 1947/8 mitbegründeten) »Freien Universität Berlin« forschend-lehrende Philosoph –legendär seine Vorlesungen– hatte nie eine philosophische ›Schule‹ begründet, dennoch in der Reihe deutscher Philosoph/innen des 20. Jhdts. Ein bemerkenswerter Einzelfall: Als Religionswissenschaftler war „Religion“ jener un(auf-)geklärte doch aufgehobener ‘Rest‘ nach der Abspaltung der Philosophie vom Mythischen und später der neuen Trennung des (natur-) wissenschaftlich (positivistischen) Denkens, das an die „Dialektik der Aufklärung“ (Adorno u. Horkheimer 1944, N.York) erinnert.

Thema jeweils ist  der intellektuell (nach-) denkende Zusammenhang von Vernunft und Mythos –in jeweils historischer, gesellschaftlicher, ästhetischer Formierung; und bei Heinrich stark von Sigmund Freuds Psychoanalyse geprägt.

So war er ein quasi ‘radikaler‘ wie kontinuierlich reflektierender sog. Kulturwissenschaftler, der die akademisch-disziplinären Einschränkungen laufend überwand; eben ein „Aufklärer“, wonach (formale) Logik, ebenso (fundamentalistische) Religiosität wie (politische) Mystik als permanente Hemmnisse einer –uneingelösten, verklärten, mythisierten– Zivilisation im Wege stehen.

Klaus Heinrich – der Zeichner.

„Nie hätte ich gedacht, dass die Kisten, in denen ich alte Dokumente … wähnte, wenn sie aufgeklappt werden, plötzlich so viele Zeichnungen hervorbringen. Ich war von maximal 300 Blättern ausgegangen, ich habe mehr als 3000 gefunden.­ …

Das mir Unheimliche am Zeichnen ist das eigentlich Selbstverständliche. Alle haben wir es getan, alle machen wir es weiter, und dann hören wir plötzlich auf. Und wenn man doch weitermacht, heißt das auch, man lässt die Verbindung zur Kindheit nicht abbrechen – und plötzlich tut sich das ganze Leben auf.

Wenn ich überlegen sollte, was Zeichnen bedeutet, müsste ich erst einmal sagen: Da sind die Nahsinne, da ist das Tasten. Das wussten wir ja alle, wir sind ja alle Triebwesen, und die Zeichnungen zeigen es ja, dass wir niemals aufhören, es zu sein.

Immer wieder ist es das – um Sigmund Freuds Begriff zu nehmen – Unbewusste, was mitzeichnet und was die Zeichnung dazu nutzt, ein Stück weit bewusst zu werden. Und das heißt zugleich, von da aus ansetzenden, auch ein Stück weit Aufklärung zu säen;…“

(Aus dem Interview anlässlich der Ausstellung in Berlin)

 

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