Republikanischer Club - neues Österreich

Donnerstag, 28. April 2022, 19 Uhr, im RC, Fischerstiege

Buchhandlung a-punkt und Republikanischer Club-Neues Österreich

 

                               

Einladung zur Buchpräsentation

Klaus Heinrich: Zeichnungen – Realität und Imagination

DO, 28.4., 19.00

 

1010 Wien, Fischerstiege 1-7

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Peter BETTELHEIM und Stephan ENGELHARDT präsentieren und kommentieren die Buchausgabe der Zeichnungen von Klaus Heinrich. (Hg. Klaus Gerrit Friese und Elsa Lluis Martell / Galerie Friese; Berlin) und erschienen im Verlag ça ira. (berlin u. Wien)

Klaus Heinrich* – der kritische Gelehrte aus Berlin (*1927–2020)

Der in Berlin lebende und an der (von ihm 1947/8 mitbegründeten) »Freien Universität Berlin« forschend-lehrende Philosoph –legendär seine Vorlesungen– hatte nie eine philosophische ›Schule‹ begründet, dennoch in der Reihe deutscher Philosoph/innen des 20. Jhdts. Ein bemerkenswerter Einzelfall: Als Religionswissenschaftler war „Religion“ jener un(auf-)geklärte doch aufgehobener ‘Rest‘ nach der Abspaltung der Philosophie vom Mythischen und später der neuen Trennung des (natur-) wissenschaftlich (positivistischen) Denkens, das an die „Dialektik der Aufklärung“ (Adorno u. Horkheimer 1944, N.York) erinnert.

Thema jeweils ist  der intellektuell (nach-) denkende Zusammenhang von Vernunft und Mythos –in jeweils historischer, gesellschaftlicher, ästhetischer Formierung; und bei Heinrich stark von Sigmund Freuds Psychoanalyse geprägt.

So war er ein quasi ‘radikaler‘ wie kontinuierlich reflektierender sog. Kulturwissenschaftler, der die akademisch-disziplinären Einschränkungen laufend überwand; eben ein „Aufklärer“, wonach (formale) Logik, ebenso (fundamentalistische) Religiosität wie (politische) Mystik als permanente Hemmnisse einer –uneingelösten, verklärten, mythisierten– Zivilisation im Wege stehen.

Klaus Heinrich – der Zeichner.

„Nie hätte ich gedacht, dass die Kisten, in denen ich alte Dokumente … wähnte, wenn sie aufgeklappt werden, plötzlich so viele Zeichnungen hervorbringen. Ich war von maximal 300 Blättern ausgegangen, ich habe mehr als 3000 gefunden.­ …

Das mir Unheimliche am Zeichnen ist das eigentlich Selbstverständliche. Alle haben wir es getan, alle machen wir es weiter, und dann hören wir plötzlich auf. Und wenn man doch weitermacht, heißt das auch, man lässt die Verbindung zur Kindheit nicht abbrechen – und plötzlich tut sich das ganze Leben auf.

Wenn ich überlegen sollte, was Zeichnen bedeutet, müsste ich erst einmal sagen: Da sind die Nahsinne, da ist das Tasten. Das wussten wir ja alle, wir sind ja alle Triebwesen, und die Zeichnungen zeigen es ja, dass wir niemals aufhören, es zu sein.

Immer wieder ist es das – um Sigmund Freuds Begriff zu nehmen – Unbewusste, was mitzeichnet und was die Zeichnung dazu nutzt, ein Stück weit bewusst zu werden. Und das heißt zugleich, von da aus ansetzenden, auch ein Stück weit Aufklärung zu säen;…“

(Aus dem Interview anlässlich der Ausstellung in Berlin)

 

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