Republikanischer Club - neues Österreich

Donnerstag, 22. Jänner 2015, 19 Uhr, im RC:

"ÜBER MANCHES, WORÜBER MAN NICHT SPRECHEN KANN, KANN MAN SCHREIBEN"

Lesung: mit Ekaterina HEIDER, Renate WELSH und Johanna WIESER. Einleitung und Moderation: Vladimir VERTLIB

Veranstalter: Republikanischer Club – Neues Österreich und Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands

Renate Welsh (geb. 1937 in Wien), Johanna Wieser (geb. 1988 in Graz) und Ekaterina Heider (geb. 1990 in Irkutsk) – drei Autorinnen, deren Lebenserfahrungen und Perspektiven auf die Welt sich stark unterscheiden, die aber dennoch Wesentliches gemeinsam haben: mit hintergründiger, meist bitterer Ironie stellen sie die Zerbrechlichkeit des Lebens mit seinen Abhängigkeiten, Bedrohungen und Ängsten, seinen Zwängen und Einsamkeiten, aber auch Chancen, die es bietet, dar.

Wer sich auf die Texte dieser Autorinnen einlässt, kommt näher an sich selbst heran, erkennt, wie bedeutsam Sprache ist, wenn man sie nicht zu einer programmatischen Aussage verbiegt oder zwingt, das Unsagbare mit leeren Hülsen in die Ferne zu rücken, sondern stattdessen verwendet, um dem, was unausgesprochen Gültigkeit hat, einen stimmigen Rahmen und somit Konturen zu geben. Renate Welshs berührende Kriegs- und Nachkriegsgeschichte „Fräulein Emma“, Ekaterina Heiders Erzählungen aus ihrem vielbeachteten Debut „meine schöne schwester“ und Johanna Wiesers abgründige Parabel „Der gläserne Fisch“ schaffen eine Klammer zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ergeben aber auch ein atmosphärisches Ganzes, welches durch seine Zeitlosigkeit besticht.

Ekaterina HEIDER, geboren 1990 in Irkutsk, Russland, lebt seit 2001 in Wien. 2010 erhielt sie den Jugendpreis der Exil-Literaturpreise. Seit 2011 Studium am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst in Wien. Publikationen in Anthologien der „Edition Exil“, Wien, 2009 und 2010, in den Anthologien von Robert Prosser (Hg.) „Riots im gläserenen Käfig“ (Edition Aramo, Wien 2012) und Gerhard Loibelsberger (Hg.) „Wiener Seele“ (Gmeiner Verlag, Meßkirch 2014) sowie in Literaturzeitschrif-ten, unter anderem „Zwischenwelt“. Startstipendium für Literatur des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur 2011. Hauptpreis der Exil-Literaturpreise 2012. In der „Edition Exil“ erschien 2013 ihr erstes Buch – der Erzählband „meine schöne schwester“.

Renate WELSH, geboren 1937 in Wien, studierte Englisch, Spanisch und Staatswissenschaften, arbeitete lange Zeit als Übersetzerin und ist seit 1969 als freischaffende Schriftstellerin tätig. Sie leitet Schreibwerkstätten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, verfasste zahlreiche und vielfach ausgezeichnete Kinder- und Jugendbücher, zu denen Klassiker wie „Johanna“, 1979, oder „Das Vamperl“, 1979, gehören. Sie schrieb Hörspiele und Romane (zum Beispiel „Das Lufthaus“, 1994, „Liebe Schwester“, 2003, „Die schöne Aussicht“, 2005, oder „Großmutters Schuhe“, 2008) und brachte 2013 im Dom Verlag, Wien, das Buch „Mit einem Fuß auf zwei Beinen stehen. Texte aus der Schreibwerkstatt im VinziRast-Corti Haus“ heraus. 1992 wurde Renate Welsh der Titel Professorin verliehen; seit 2006 ist sie Präsidentin der „Interessengemeinschaft österreichischer Autorinnen und Autoren“.

Johanna WIESER, geboren 1988 in Graz, aufgewachsen in Salzburg, lebt in Wien. Sie studierte Publizistik und Germanistik und seit 2010 Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst; arbeitet zeitweise als Übersetzerin. Mitherausgeberin von JENNY, der Jahresanthologie des Instituts für Sprachkunst, Wien. In der „Zwischenwelt“ erschien unter anderem ihr Essay „Alles, was man sagt, stimmt und stimmt auch wieder nicht“, ein Gespräch mit Renate Welsh.

 

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